Wer ist das Monster? 6 grausame Mittel gegen Schnecken

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Schon wieder ist das liebevoll gepflegte Pflänzchen über Nacht verschwunden. Vom Täter bleibt nur eine eklige Schleimspur. Kein Wunder, dass manchem Gärtner deswegen die Hutschnur platzt. Aber muss es denn gleich so brutal sein? Sechs grausame Mittel gegen Schnecken und wie sie wirken (sollen).

#1: Mit der Bierfalle zur Schneckenplage

Schnecken lieben Bier. Die Hefe darin zieht sie magisch an. Wenn du also ein Glas oder einen hohen Blumentopf ins Beet einbuddelst, werden sie hineinfallen – und ertrinken. Wenn du das im Frühjahr machst, kann das helfen. Vielleicht schaffst du dir damit erst das Problem.

Schnecken können die Hefe bis zu 200 Meter weit riechen. Deine Nachbargärtner wird das freuen. Doch das Problem fängt damit erst an. Denn bevor sie sterben, legen die Schnecken Eier und du verköstigst bald die nächste Generation.

Ein weiterer Nachteil ist, dass nicht nur Nacktschnecken angelockt werden, sondern auch andere Schneckenarten, wie die Weinbergschnecke, die unter besonderem Artenschutz steht und den Tigerschnegel, der sich eigentlich um dein Schneckenproblem kümmern sollte. Und ihre Kollegen, die Igel, können sich an den ertränkten Schnecken eine Alkoholvergiftung holen. Dann schmecken Ihnen die Schnecken nicht mehr. Ergebnis: Ganz mieses Karma und eine selbstgemachte Schneckenplage.

#2: Wie scharf sind Eierschalen?

Scharfe Kanten und eine trockene, raue Oberfläche: Eierschalen sollen der Stacheldraht der Nacktschnecken sein. Kriechen sie darüber, werden sie aufgeschlitzt und verrecken jämmerlich. So jedenfalls die grausame Theorie. Und was halten Schnecken wirklich davon? Sieh selbst:

#3: Nichts ist schärfer als Rasierklingen

Wenigstens hast du mit den Eierschalen nichts getötet, sondern deinem Boden etwas Gutes getan. Aber Rasierklingen müssten für deinen Racheplan doch taugen? Rüberkriechen, durchschneiden, Schnecke tot? Zum Glück haben Schnecken eine Superkraft: Schneckenschleim. Damit gleiten sie über die Klinge, ohne sich zu verletzen. Glaubst du nicht? Dann schau dir dieses Video von ZDF Terra X an.

#4: Salz ist qualvoll und schadet deinem Boden

Salz ist ein wirklich grausames Mittel gegen Schnecken: Es entzieht den Schnecken Wasser und sie trocknen aus. Das dauert ein paar Stunden. Die Tiere sterben qualvoll. Kein schöner Anblick und nichts, was ich auf dem Gewissen haben wollte. Natürlich kannst du deine Pflanzen mit einem Ring aus Salz schützen. Denn über diese Barriere kriechen sie nicht. Allerdings wird das Salz bei jedem Gießen und jedem Regen in den Boden gespült und du musst immer wieder nachsalzen. Dein Boden wird unfruchtbar. Gerechte Strafe würde ich sagen.

#5: Metaldehyd ist ihr Kryptonit

Es gibt zwei Arten von Schneckenkorn. Und wenn der Schleim die Superkraft der Schnecken ist, dann ist Metaldehyd ihr Kryptonit. Fressen die Schnecken die Körnchen, zerstört das Gift, ihre Schleimschicht. Die Schnecken schleimen aus und können sich nicht mehr fortbewegen. Sie sterben an Ort und Stelle an Wasserverlust. Ihrem Tod kann man mehrere Stunden lang zusehen. Erinnert mich an das Salz. Mit dem Unterschied, dass das Metaldehyd beim Zerfallen den Boden düngt. Trotzdem tust du dir damit keinen Gefallen.

Denn Schneckenkorn enthält Hefe als Lockmittel. Und wie beim Bier können da auch die Weinbergschnecken und Tigerschnegel nicht widerstehen. Außerdem werden die Kadaver zu einem tückischen Leckerbissen für ihre Fressfeinde. Der Wirkstoff steht zudem in Verdacht, Regenwürmern und Bienen zu schaden.

#6 Aushungern mit Eisen(III)-Phosphat

Rache wird am besten kalt serviert und nach diesem Sprichwort funktioniert der Wirkstoff: Der Rachen der Schnecke schließt sich. Sie kann nicht mehr fressen oder trinken. Also zieht sie sich in ihr Versteck zurück, legt noch ein paar Eier und verhungert und verdurstet in den nächsten Tagen. Muss es wirklich so qualvoll sein?

Du merkst: Wenn du einfach drauflosstreust, vernichtest du nicht nur deine Gartenfauna, sondern führst sogar die nächste Schneckenplage herbei. Du kannst sogar dein Haustier verletzen, wenn es in eine Rasierklinge tritt oder sich das Schneckenkorn von den Pfoten leckt.

Es hat schon einen Grund, weshalb es Schnecken im Garten gibt. Wenn du deine Pflanzen vor ihnen schützen willst, musst du denken wie eine Schnecke. Wie entspannte Schneckenbekämpfung geht, zeige ich dir im nächsten Artikel.

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