Glosse: Schädlinge im Garten – die Lösung

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Seit heute früh ist endlich Ruhe im Hochbeet: Das Unkraut ist vernichtet. Die Ameisen sind tot. Die Asseln sind tot. Die Engerlinge, die Schnecken – alles eliminiert. Im Kampf gegen die Schädlinge haben wir ein wirklich wirksames Mittel gefunden.

Sie drohten, die Tomaten einzunehmen!

Es begann mit einer schrecklichen Entdeckung: Blattläuse. Diese Vampire der Pflanzenwelt! Sie hatten sich auf dem Salbei und den Zuckererbsen breit gemacht. Nun drohten sie, die Tomaten einzunehmen. Wir mussten etwas tun!

Als wir die Tomaten aus dem Beet holen wollten, um sie vor den Blattläusen zu schützen, wuselten plötzlich Ameisen um unsere Schaufeln herum. Die sind ja bekannt dafür, Blattläuse zu züchten und ihren zu Honigtau verarbeiteten Pflanzensaft zu melken. Diese hinterlistigen Biester!

Es krabbelte! Es wuselte!

Bei genauerem Hinsehen wurde uns das volle Ausmaß des Tierbefalls bewusst: Asseln, Schnecken, Wühlmäuse, Würmer, Bienen, Marienkäfer … so viel Viehzeug! Es krabbelte. Es wuselte. Es hörte nicht auf.

Panik! Hektisch tippten wir das Problem in jedes Gartenforum im Internet und in jede Gartengruppe auf Facebook. Ein verzweifelter Hilfeschrei!

Es war einfach zu viel!

Alle antworteten: Schneckenkorn, Rasierklingen, Unkrautvernichter, Entlaubungsmittel, Schweröl, Elektrozaun. Sogar Roundup und Glyphosat. Aber das war uns einfach zu viel.

Geschieht euch recht, ihr dreckigen Biester!

In der folgenden Nacht war der Gemeinschaftsgarten taghell erleuchtet. Die einzige Lösung: Brandbeschleuniger! Die Flammen schlugen meterhoch. Der Rauch verdeckte den Mond. Was für ein Schauspiel! Geschieht euch recht, ihr elenden Biester!

Endlich Ruhe im Beton!

Das anerkennende Kopfschütteln unserer Mitgärtner und die erholsame Ruhe, die folgte, gaben uns recht. Mit einem Mal waren alles Unkraut, alle Schädlinge und alle Krankheiten in unserem Beet vernichtet. Jetzt heißt es für uns nur noch: Den Beton genießen. Wir müssen nicht mal mehr ernten.

Disclaimer: Bei der Entstehung dieser Glosse sind keine Beete, Mikroben, Pflanzen, Tiere oder Menschen zu Schaden gekommen. Die hier geschilderten Ereignisse werden nicht zur Umsetzung empfohlen.

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