Der grüne Daumen juckt – wann Gemüse vorziehen?

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Der Januar ist gerade mal zwei Wochen alt. Der Winter taumelt noch zwischen Frost und Frühling. Und schon zeigen emsige Gärtner auf Facebook und Instagram, wie sie ihre Tomaten und Paprika vorziehen. Da merkt man: Gärtnern kann süchtig machen. Stolz präsentieren sie ihre Töpfchen mit Anzuchterde, aus denen schon die ersten Blättchen sprießen und die langen Halme, wenn das Pikieren ansteht. Da frage ich mich: Ist das nicht ein bisschen früh zum Gemüse vorziehen? Ist es!

Pflänzchen vergeilen bei zu wenig Licht

Denn von Frühling ist noch lange nichts zu sehen. Und weißt du wovon auch nicht viel zu sehen ist? Von der Sonne! Und die werden unsere kleinen Pflänzchen brauchen, wenn sie ihre ersten Blättchen aus der Erde stecken. Deine kleinen Tomaten werden alles tun, um so viel Licht wie möglich zu bekommen. Genauso ist es mit Auberginen: Sie werden wachsen was das Zeug hält. Man spricht von „vergeilen„: Die Stiele werden immer länger, bis endlich genug Licht da ist. Wenn die Sonne dann endlich lang genug scheint, sind sie zwar riesig. Dafür wachsen die Pflänzchen kraftlos und brauchen später länger, bis sie blühen und Früchte tragen.

Verhindern kannst du das Vergeilen nur, wenn du die Keimlinge unter spezielle Lampen stellst. Außerdem musst du darauf achten, dass die Temperaturen möglichst konstant warm sind und die Pflanzen beim Lüften keinen Luftzug bekommen. Dann fängt deine Tomaten-, Paprika- oder Zucchini-Kultur eben schon ein paar Monate früher an. Du kannst dann vielleicht länger ernten, musst aber mehr an Strom bezahlen, brauchst mehr Wasser und Dünger. Und du hast die Töpfe viel länger in deiner Wohnung stehen. Denn erst nach den Eisheiligen, mitte Mai, kannst du die Pflänzchen ins Beet stellen. Es sei denn du hast ein Treibhaus.

Erst ab Februar Gemüse vorziehen

Für starke Pflanzen solltest du also noch ein bisschen warten – und die Anleitungen auf den Samentütchen lesen: Tomaten kannst du ab Februar auf der Fensterbank vorziehen. Um sicher zu gehen, hab vielleicht doch Geduld bis Mitte März, bevor du die Samen in deine Anzuchttöpfchen steckst. Paprika braucht dann schon mehr Licht als deine Tomaten. Paprika solltest du also mindestens bis Anfang März im Samentütchen lassen.

Für Zucchini solltest du bis April warten. Dann kannst du die Samen direkt in den Topf stecken. Pikieren ist nicht nötig. Das würde nur die emfpindlichen Wurzeln verletzen. Und das mögen Zucchini gar nicht und gehen dir ein. Im Mai, nach den Eisheiligen kannst du sie dann gemeinsam mit deinen anderen Pflanzen nach draußen bringen und ins Beet pflanzen. Oder du säst sie dann direkt ins Beet oder einen großen Kübel. Denn Zucchini-Pflanzen wachsen ziemlich schnell – und groß. Also gib ihnen genügend Platz.

Spinat und Salat schon im Januar

Wenn du es nicht mehr erwarten kannst, säst du vielleicht Spinat. Der kann schon jetzt ins Freiland gesät werden. Aber pass auf! Wenn es warm wird, musst du davon essen, so viel das Beet hergibt. Denn mit der Wärme des Frühlings fangen die blättrigen Pflanzen an zu schießen, um bald zu blühen. Wenn du ein Glasdach oder ein Gewächshaus hast, kannst du schon Lauch, Radieschen, Blumenkohl, Rotkohl und Dicke Bohnen säen. In jedem Fall solltest du die Saatangaben auf den Samentütchen beachten.

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Vorgezogene Pflänzchen für das Hochbeet im Freiland