Gärtnern oder wohnen auf dem Pfalzplatz?

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Betonhaus auf Betonplatz: ein fünfstöckiges Wohnhaus und eine Kindertagesstätte: Die Stadt Mannheim prüft derzeit, ob sie dieses Bauprojekt auf dem Pfalzplatz realisieren kann. Wohnen auf dem Pfalzplatz statt spielen und gärtnern? Derzeit sind die Anwohner aufgerufen, sich zu beteiligen und zu erklären, wie sie den Platz nutzen. Worum es dabei geht und den Link zum Beteiligungsprozess findest du in diesem Artikel.

Seit fünf Jahren gibt es den Gemeinschaftsgarten Lindenhof e.V. auf dem Pfalzplatz. Gut 70 Mitglieder beackern dort um die 50 Hochbeete. Seit über zwei Jahren sind auch Timo und ich mit dem BetonAcker dabei. Doch damit könnte es in den nächsten Jahren vorbei sein. Denn derzeit prüft die Stadt Mannheim, wie sie den Betonplatz und früheren Tiefbunker lukrativ nutzbar machen und gleichzeitig zwei Probleme lösen kann: Wohnraum und Kinderbetreuungsplätze.

Die „vergessene“ Kita geht nur mit Wohnhaus

Erstmals vorgestellt wurden die Überlegungen zum Wohnen auf dem Pfalzplatz im September 2019 in der Bezirksbeiratssitzung. Es sollte abgestimmt werden über die Prüfung des Gesamtpakets: Wohnhaus und Kita. Denn ohne die Wohnungen sei der Bau einer Kita nicht lukrativ, so die Begründung der Stadt. Wer also mehr Kita-Plätze haben möchte, muss sich auch mit dem Wohnhaus einverstanden zeigen. So wirkte die Ansage der Gemeinderäte bzw. der Stadtverwaltung.

Doch die Rechnung ging nicht auf. Bezirksbeiräte und Anwohner bemängelten, dass es die Stadt versäumt hatte, im neu entwickelten Glückssteinquartier Betreuungsplätze für Kinder einzuplanen. Dort – in Bahnhofsnähe – würden sie gebraucht, sagten einige Eltern. Nicht im hinteren Teil des Lindenhofs. Doch eine Umplanung im Glückssteinquartier sei nicht möglich, so Dr. Hanno Ehrbeck vom Fachbereich Stadtplanung „Wir sind dort vertraglich gebunden.“

Wohnen auf dem Pfalzplatz bitte gesondert prüfen

Der Bezirksbeirat beschloss, die Stadt möge den Bau der Kita unabhängig von einem Wohnhaus prüfen. In wie weit sich die Stadtverwaltung daran halten wird, ist schwierig abzuschätzen. Denn in der Stadtpolitik hat der Bezirksbeirat nur eine vorschlagende Funktion.

Stadt ruft zur Bürgerbeteiligung auf

Derweil hat die Stadt Mannheim das Bürgerbeteiligungsverfahren eröffnet. Bis zum 26. Juli können Bürger auf der dafür eingerichteten Plattform schildern, wie sie den Platz nutzen: Als Spiel- und Bolzplatz zum Beispiel sowie um den Kindern das Fahrradfahren beizubringen, als Sportplatz oder – wie in unserem Fall – zum Gärtnern.

Im Gemeinschaftsgarten Lindenhof e.V. sind die Mitglieder uneinig mit Tendenz gegen den Bau eines fünfstöckigen Wohnhauses. Auch Timo und ich finden, dass der Pfalzplatz einer der wenigen freien Flächen in der Umgebung ist, die so vielfältig genutzt werden kann. Und es ist einer der letzten Plätze, der durch seine Größe dem Auge Weite bietet im eng bebauten Stadtteil. Eine Weite, die für Entspannung sorgt.

Zur Bürgerbeteilingsplattform geht es hier entlang: https://www.mannheim-gemeinsam-gestalten.de/dialoge/neue-plaene-fuer-den-pfalzplatzbunker

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