Gärtnern mit Schnecken: 7 Tricks der Schneckenflüsterin

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Im vorigen Artikel habe ich dir gezeigt, zu welchen grausamen Mitteln manche Gärtner greifen, um Schnecken zu bekämpfen. Dabei kannst du gut mit ihnen auskommen. Du musst sie nur besser verstehen. In diesem Artikel erfährst du die 7 besten Tricks zum Gärtnern mit Schnecken.

#1: Schnecken versammeln statt suchen

Schnecken mögen es dunkel und feucht. Denn wo keine Sonne ist, trocknen sie nicht aus. Und wo es feucht ist, lässt es sich besonders gut schleimen und kriechen. Außerdem mögen sie altes Holz. Sollen sie alles kriegen.

Besorg dir ein altes Stück Holz, das groß genug ist, damit sich einige Schnecken darunter verkriechen können. Befeuchte es und lege es am Nachmittag oder frühen Abend in dein Beet. Am nächsten Morgen wirst du sie alle unter dem Holz finden und sparst dir das Suchen.

#2: Ein Orientierungssinn für 20 Meter

Frage nie eine Schnecke nach dem Weg. Denn sie haben zwar den Wunsch, zurück nach Hause zu kommen. Aber du musst sie nur 20 Meter weit weg tragen und schon finden sie nicht mehr zurück. Das hat die britische Bürgerwissenschaftlerin Ruth Brooks herausgefunden.

Selbstverständlich variiert der Orientierungssinn von Schneckenart zu Schneckenart. Um zu bestimmen, ab weicher Entfernung Schnecken nicht mehr zurück finden, hat sie ein Experiment entwickelt, mit dem man auch Kinder in den Ferien wunderbar beschäftigen kann. Die Anleitung dazu findest du auf dieser Website.

#3: Wer morgens gießt, baut keine Rutschbahnen

Wenn es Nacht wird, kriechen Schnecken aus ihrem Versteck. Auf zum großen Fressen. Am liebsten kriechen sie dort, wo der Boden feucht ist. Denn Feuchtigkeit ist wichtig für ihre Schleimspur, auf der sie sich so gut fortbewegen.

Gieße also am Morgen, wenn sich die Schnecken zurückgezogen haben. So kann die Erde den Tag über abtrocknen. Wenn die Schnecken am Abend wiederkommen, haben sie keine extra Rutschbahn zu deinem Salat und werden sich etwas anderes suchen.

#4: Satte Schnecken fressen keinen Salat

Die meisten Schnecken fressen abgestorbene Pflanzenteile und verarbeiten sie zu Humus. Sie sind quasi ein Teil der Müllabfuhr in deinem Garten. Nur wenn sie nichts totes zu futtern finden, müssen sie eben frischen Salat fressen.

Wenn du also auch mal ein paar verrottende Pflanzen liegen lässt und dein Beet nicht immer pikobello aufräumst, hast du eine gute Chance, deinen Salat selbst essen zu können.

Eine dritte Möglichkeit ist es, die richtigen Pflanzen um das zu schützende Beet herum zu pflanzen. Zum Beispiel stürzen sich Schnecken mit Vorliebe auf Tagetes. Und wenn die Schnecke satt ist, frisst sie deinen Salat nicht mehr.

#5: Kupferband fühlt sich nicht so toll an

Kupfer ist das Lava der Schnecken. Kriechen sie darüber, kommt es zu einer unangenehmen chemischen Reaktion mit ihrer Sohle. Und sie kriechen einfach nicht darüber.

Zwei Dinge sind dabei wichtig: Erstens sollte das zu schützende Beet mit einer senkrechten Barriere komplett eingefasst sein und das Kupferband darauf befestigt werden. Zweitens sollte das Kupferband breit genug sein, damit möglichst die ganze Schnecke Platz darauf hat. Ist das Band zu schmal, merkt die Schnecke, dass man doch darüber kriechen kann und hält den Schmerz einfach aus.

Du kannst auch zwei Reihen Kupferband parallel zueinander an dem Zaun befestigen. Am besten so nah beieinander, dass die Schnecke beide Streifen gleichzeitig berühren kann.

#6: Geruchsbarriere um das Gemüsebeet

Dein Salat hat es ja schon am eigenen Leib erfahren: Schnecken sind Feinschmecker. Und einige Pflanzen können sie gar nicht ausstehen: Roten Salat lassen sie beispielsweise ganz in Ruhe. Außerdem halten sie Abstand von Pflanzen, die stark riechen.

Dazu gehören Knoblauch, Lavendel, Thymian, Rosmarin, Allium und Kapuzinerkresse. Pflanzt du deine mediterranen Kräuter um dein Gemüsebeet herum, werden die Schnecken vom Geruch der Kräuter abgeschreckt und du hast deine Ruhe.

#7: Schneckenzaun – unüberwindbar wie eine 1

Schnecken sind schon komische Tiere: Mit ihrem Schleim kleben sie auf jedem Untergrund. Ohne Probleme kriechen sie an Drähten nach oben und können dort sogar wenden. Aber wenn sich ihr Untergrund biegt, kommen sie nicht darüber hinweg.

Dieses Phänomen machen sich Schneckenzäune zu nutze. Sie werden senkrecht in den Boden um das Beet herum eingegraben. Zum Schluss werden die oberen 5 Zentimeter schräg nach außen abgeknickt. Im Profil sieht das aus wie eine 1. Dieser Knick macht es Schnecken unmöglich, in den umzäunten Bereich einzudringen. Du musst nur darauf achten, dass keine Blätter über den Zaun ragen. Schnecken sind gut darin, Brücken und Schlupflöcher zu finden.

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