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Stinkt wie Hölle, düngt wie Gold – Brennnesseljauche

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Brennnesseljauche ist der heilige Gral der Bio-Gärtner: Sie sei der beste Dünger, den man sich vorstellen kann, heißt es. Sie vertreibe ungebetene Gäste und Blattläuse. Sie kostet fast nichts und ist sehr einfach herzustellen. Jetzt haben wir unser eigenes Fässchen angesetzt.

Am Wochenende war Gartenfest im Gemeinschaftsgarten. Die Gärtner haben ein Buffet für die Besucher aufgebaut und einen Flohmarkt organisiert. Timo wuselt herum – und streift wieder an den Brennnesseln entlang, die im Beet unserer Nachbarin wachsen.

Diese verfluchten Brennnesseln!

ist sein erster Gedanke. Die Haut juckt sofort und es bilden sich schnell kleine Pusteln. Dann erinnert er sich daran, was ich über Brennnesseljauche als Dünger erzählt hatte. Und daran, dass wir schon seit langem welche machen wollten.

Wollen wir Brennnesseljauche machen?

fragt er. Da bin ich sofort dabei. Die paar Brennnesseln unserer Beetnachbarin reichen natürlich nicht. Wir brauchen mehr. Am Rhein wachsen sehr viele. Dort gehen wir jetzt hin. Ausgerüstet mit dem kleinen blauen Fässchen, Handschuhen und Gartenscheren.

Zehn Minuten später ist das Fässchen voll mit kleingeschnittenen Brennnesseln. Ein Kilogramm Brennnesseln braucht man auf zehn Liter Wasser. Unser Fässchen fasst 30 Liter. Also brauchen wir etwa drei Kilogramm. Wir machen es einfach voll. Pi mal Daumen sollte das dann reichen.

Rezept für Brennnesseljauche

  • 1kg Brennnesseln in ein verschließbares Gefäß geben
  • mit 10l Wasseraufgießen und umrühren
  • Gut verschließen
  • 2-3 Wochen warten und immer mal wieder umrühren
  • Zum Düngen 1l Jauche mit 10l Wasser verdünnen.

Sammeln, aufgießen warten – es ist ganz einfach

Zurück im Garten gießen wir die Brennnesseln mit Wasser auf, rühren um und verschließen das Fässchen. Jetzt muss es etwa zwei bis drei Wochen stehen und gären. Das Wetter ist ideal dafür. Wir erwarten nächste Woche Sonne und Temperaturen um die 35-40°C. Bei diesen Bedingungen wird die Brennnesseljauche besonders gut gären.

Schon jetzt, wenige Tage nachdem wir sie angesetzt haben, stinkt die Jauche unglaublich stark. Zum Düngen werden wir einen Liter Jauche mit zehn Liter Wasser verdünnen und unser Hochbeet düngen. Unsere Zucchini, Paprika, Aubergine und Tomaten werden sich freuen. Sollten wir Blattläuse finden, werden wir die Pflanzen mit dem Gemisch einsprühen. Das sollte dann auch die Blattläuse vertreiben.

Unser Fässchen mit der künftigen Brennnesseljauche: 1kg Brennnesseln auf 10l Wasser. Das ist unser Rezept.

4 Gedanken zu „Stinkt wie Hölle, düngt wie Gold – Brennnesseljauche“

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  4. Habe mit Begeisterung eueren Blog gelesen. Wir wohnen auf einer Finca auf Teneriffa und haben uns da dem ökologischen Landbau und auch der Permakultur verschrieben. Da die Finca etwas grösser ist, müssen wir auch mit anderen Mengen arbeiten. Die Brennesseljauche setzen wir rund 2 Monate jeweils rund 1000 Liter an, es reichen dafür deutlich weniger Brennesseln. Durch das hohe Volumen, überhitzt sie auch bei hohen Temperaturen nicht. Die Jauche fliesst dann in die Bewässerungsanlage und wird so gleichmäßig verteilt.

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Timo mit einem Fässchen frischer Brennnesseln