Das darf nur der Maulwurf – unser Beet umgraben

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Beet umgraben oder nicht umgraben? Das ist die Frage. Jedes Jahr stellt sie sich vor allem denjenigen, die gerade erst mit dem Gärtnern anfangen. Und bei der Antwort scheiden sich die Geister. „Umgraben!“ sagen die einen. „Nur auflockern!“ sagen die anderen. Und dann gibt es noch die Gruppe, die zu Flächenkompost und mulchen rät. In diesem Artikel gehen wir den drei Techniken auf den Grund.

Beet umgraben

Den Boden umzugraben ist wahrscheinlich die anstrengendste Möglichkeit, dein Beet auf die neue Saison vorzubereiten. Und es ist die schädlichste – bis auf ein paar Ausnahmen. Beim Umgraben stichst du mit einem Spaten in das Erdreich, hebst einen Klumpen Erde hinaus und drehst ihn einmal um. Die untere Erdschicht liegt nun an der Oberfläche und die obere unten. Und hier ist das Problem.

Denn wo wir nur eine handvoll brauner Brocken und Brösel sehen, gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde: Insekten, Würmer, Ameisen, Kleinstlebewesen, Bakterien und Pilze. Das sind die kleinen Helferlein im Garten. Sie sorgen für einen nährstoffreichen, luftig, lockeren Boden ohne Dünger und dafür, dass deine Pflanzen gedeihen. Und diese Tierchen und Mikroorganismen leben genau dort, wo sie sich am wohlsten fühlen.

Beim Beet umgraben siedelst du sie zwangsweise dorthin um, wo es nichts für sie zum Leben gibt. Stell dir einfach vor, du würdest aus deiner luftigen Penthouse-Wohnung in den muffigen Keller umziehen müssen. Nur fühlen sich die Organismen im Boden noch viel elender als du dann: Sie sterben. Dein Boden und deine Pflanzen bekommen nun nicht mehr genug Nährstoffe und du musst düngen. So hast du dir am Ende mehr Arbeit gemacht, als du eigentlich wolltest.

Boden auflockern macht weniger Mühe

Moderne Gärtner lockern deshalb ihren Boden nur noch auf. So soll mehr Sauerstoff in die unteren Erdschichten gebracht werden und die Wurzeln sollen besser wachsen. Alles ohne die Mikroorganismen im Boden zu stören. Das ist zwar immer noch anstrengend, aber nicht mehr so sehr, wie das Umgraben. Und deine kleinen Helferlein sind weiterhin zufrieden.

Flächenkompost freut Boden und Gärtner, aber…

Eine weitere Alternative ist der Flächenkompost. Das ist besonders geeignet, wenn du wenig Mühe haben willst mit deinem Garten. Beim Flächenkompost wird all das auf dem Beet verteilt, was du ansonsten auf den Komposthaufen werfen würdest: Pflanzliche Essensreste, Gartenabfälle, Möhrengrün, Kaffeesatz und Teebeutel beispielsweise. Die im Garten lebenden Tiere und Mikroorganismen verarbeiten die Abfälle zu Humus und halten deinen Boden nährstoffreich und lebendig. Einziger Nachteil: Es sieht nicht besonders schön und aufgeräumt aus. Wenn dich das nicht stört, könnte es zumindest deine Gartennachbarn ärgern – nur als Vorwarnung.

Beet umgraben bei Lehm und Rasen

Du hast Lehmboden oder willst ein neues Beet aus einer Rasenfläche machen? In diesem Fall musst du dein Beet dann doch umgraben. Am besten im Herbst, vor dem Frost. Bei schwerem Lehmboden möchtest du die Krume verkleinern. Wenn das Wasser im umgegrabenen Erdmaterial bei Frost friert und sich ausdehnt, verkleinert das die Brocken, in denen deine Pflanzen wachsen sollen. Bei der Rasenfläche willst du das Gras in eine untere Erdschicht bringen, wo es kompostiert werden kann und möglichst nicht mehr nachwächst.

Was denkst du? Welche Methode nutzt du, um deinem Beet die größten Tomaten zu entlocken? Und welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Schreib uns einen Kommentar.

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Eine handvoll Erde